Ein bisschen Retro-Feeling für unser Retro-Spiel

Ungefähr 35 Jahre ist es hier, dass der Atari 1040ST(F) auf den Markt kam: An diesem Rechner durfte ich damals als kleiner Junge meine ersten Tasten drücken und Mausklicks machen.

Die grafische Oberfläche des Systems (GEM) war zu diesem Zeitpunkt (frühe Anfangszeit der 90er Jahre) noch keine Selbstverständlichkeit: Windows 3.1, mit dem ich darauffolgend meine weiteren Erfahrungen sammelte, kam erst im Jahr 1992 auf den Markt.

Das Spiel Ballerburg war das einzige (neben einem Schachprogramm), das mein Vater damals auf der (nicht-serienmäßigen) 50 MB (!) Festplatte installiert hatte.

Der Atari 1040STF (ab 1986) war mit einem 8 MHz 16-bit-Prozessor (Motorola MC68000), 1 MB RAM und einem 3½ Zoll Floppylaufwerk (720 kB) ausgestattet. Das Betriebssystem TOS war unveränderlich in einem ROM-Speicher untergebracht

Trotz des damals monochromen Bildschirms fasziniert mich diese Technik bis heute: Ein Computer in einem größeren Tastaturgehäuse, der lautlos (bis auf das Diskettenlaufwerk) arbeitet und einfach an einen Bildschirm (oder sogar einen Fernseher) angeschlossen werden kann.

Übrigens: Der damalige Textprozessor Signum! war seiner Zeit weit voraus und konnte noch lange bevor es überhaupt Windows und das entsprechende Word für Windows gab bereits komplexe mathematische Formeln in einem WYSIWYG Editor setzen.

Heutzutage sind wir da etwas verwöhnter: Speicherplatz (sowohl der Festplatte als auch des Arbeitsspeichers) ist kein rares Gut mehr. Auch die Grafik- und Rechenleistung reichen aus um komplexe 3D-Welten in Echtzeit in HD-, 4K oder sogar 8K-Auflösung zu berechnen und darzustellen (der Atari hatte eine Monochromauflösung von 640×400 Bildpunkten bei aber immerhin 70 Hz).

Der Tastaturrechner in Neu

Als ich Anfang dieses Monats erfuhr, dass der Raspberry Pi integriert in einem Tastaturgehäuse erscheinen würde, erweckte dies sämtliche der alten Erinnerungen an die Zeit mit dem Atari ST in mir: Das Einschalten des Systems, der lautlose Bootvorgang in die grafische Oberfläche und das oftmals wahllose Herumklicken und Tastendrücken meiner frühen Kindheit.

Und trotz der tollen, und nicht mit der GEM-Oberfläche des Atari ST vergleichbaren, Desktopoberfläche vom Raspberry Pi OS, löst dieser neue Rechner dennoch ein gewisses Retrogefühl in mir aus.

Der Raspberry Pi 400 (2020) basiert auf dem Raspberry Pi 4 und ist ein SoC mit einem Cortex-A72 ARM v8 (Broadcom BCM2711) mit vier Kernen bei einer Taktrate von 1,8 GHz . 4 GB RAM und ein micro SDHC Slot dienen (neben den USB-Schnittstellen) als Speicher

Da ich die Game-Engine für unser 2D-Zelda-Like aber sowieso auf einen Raspberry zum Laufen bringen wollten, kam die heutige Zustellung des Paketdienstes natürlich mehr als gelegen: Eine microSD-Karte hervorgekramt, mit Raspberry Pi OS geflasht, den Pi an Spannungsversorgung und Bildschirm angeschlossen und …. voilà: die Desktopoberfläche erscheint auf dem Bildschirm.

Gibt es die SDL2 für das OS? Ja.
Sind Freepascal und Lazarus verfügbar? Ja.
Den Quelltext vom GitHub Repository geklont. Okay.
Compilieren. Schlägt fehl.. Wieso? Achso, ja, SDL2 Header für Pascal noch auf das System schaffen. Okay.
Zweites Compilieren. Okay.

Und dann … Die Starteranwendung für die Game-Engine startet. Nach drei weiteren Klicks wird der Splashscreen ebenfalls angezeigt.

Fantastisch! Unser Spiel wird es also auch als ARM-Variante für die Raspberry-Familie geben. Vielleicht sogar auch für die Konsole ohne X11. Aber das wird sich zeigen …

Der Splashscreen der Game-Engine nach erfolgreichem Kompilieren auf der ARM-Architektur in Raspberry Pi OS

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